STAMA - Werft Portrait

von Dieter Wanke

Die Anfänge

Der Urgroßvater der Familie Stabile hatte den Betrieb 1875 gegründet. Begonnen hat er seine Karriere mit der Handwerkskunst des Kalfaterns, also des Abdichtens der Schiffsplanken mit Hanf oder Baumwolle und Pech. Damals gab es in Sizilien nicht viele Möglichkeiten der Berufsentwicklung. Wer nicht Bauer oder Fischer wurde, dem blieb meist nur einer der Handwerkszweige im Schiffbau. Zunächst wurden auf der Stabile Werft „Schifazzi“ gebaut. Das waren hölzerne Transportschiffe, die vorwiegend zum Tuffstein- und Salztransport von der vorgelagerten Insel Favignana in den Hafen von Trapani eingesetzt wurden. Der Bau von Schiffen für die Fischerei und das Transportgewerbe blieb dann auch bis in die späten Jahre des letzten Jahrhunderts der Haupterwerb der Werft. Erst 2004 stellte man die Produktion von Fischerbooten aus Stahl mit einer Länge von bis zu 34 Metern ein. Dass diese Art von Schiffbau nicht mehr zeitgemäß war, hat die Werft bereits lange vorher erkannt und die Weichen entsprechend früh gestellt.

Der Umbruch

Schon 1980 trat der junge Maurizio Stabile in die Fußstapfen seines Urgroßvaters und begann seine Arbeit in der Werft, die er seit dem gemeinsam mit seinem Vater Arturo führt. Die Zeichen der Zeit erkennend, schlug 1992 die Geburtsstunde der ersten Kunststoffyacht der Werft, der Stama 45. Bei diesem Modell handelte es sich um die Diplomarbeit von Maurizio Stabile, der damit sein Schiffbau-Studium in Rom abschloss und dessen Namen seit dem für die von ihm entwickelten Konstruktionen steht, nämlich Sta(bile) Ma(urizio), also Stama. Die 45er blieb ein Einzelstück, das seinem Eigner noch heute in der Nähe von Rom viel Freude bereitet. Es folgten zunächst kleinere Kunststoffmodelle mit einer Länge von 20 und 25 Fuß, bis schließlich die derzeitige Flotte entstand. Diese besteht heute aus drei Modellen, der Stama 28, der 33er und dem Flaggschiff, der Stama 37.

Derzeit befindet sich die No.1 der Stama 50 im Bau, die im Sommer 2008 vom Stapel läuft.

Die Werft

Die Kapazität liegt bei etwa 50 Schiffen im Jahr – Tendenz steigend. 25 Mitarbeiter sind heute mit dem Bau der Yachten beschäftigt, wobei alle entscheidenden Arbeiten in der Werft selbst ausgeführt werden. Alle Yachten werden in GFK-Sandwich-Bauweise gefertigt und sind deshalb nicht nur sehr stabil sondern auch gut isoliert. Als Füllmaterial kommen Polyurethanschäume zum Einsatz. Die Deckschichten bilden in Polyesterharz getränkte Glasfasermatten, die in Handarbeit laminiert werden. Auch die gesamte Montage und die Endkontrolle finden in der Werft statt. Zulieferer aus der unmittelbaren Nähe des Standortes Trapani liefern die Edelstahlbeschläge und erledigen die Polsterarbeiten sowie die Holzausbauten. Der gesamte Materialeinkauf wird jedoch von der Werft selbst erledigt. Für jeden Bereich gibt es nur einen Zulieferer und alle arbeiten exklusiv für Stama. Um Neuentwicklungen kümmert sich Maurizio Stabile stets höchstpersönlich. Die hauseigene Entwicklungsabteilung konstruiert die Schiffe grundsätzlich selbst. Bei ästhetischen Fragen stehen je nach Bedarf – die Designer Tommaso Spadolini und Andrea Buffa unterstützend zur Seite.

Die Nummer eins einer Baureihe wird grundsätzlich für ein Jahr intensiven Tests unterzogen, bevor der Serienanlauf beginnt.

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